Cover der fünften Ausgabe

AUSGABE 05

DAS FREMDE
Fremdschämen, Fremdgehen, Fremdenhass, sich fremd fühlen, die Fremde als Sehnsuchtsort – die Begriffe und Konzepte die wir mit dem Begriff “Das Fremde” verbinden sind zahlreich. Die Redaktion von Kater Demos schaut in ihrer #5 an die Orte, an dem sich das Fremde als Gefühl in Handlungen manifestiert: Wie ist es, im falschen Körper aufzuwachsen, wie es sich anfühlt in ein fremdes Land fliehen zu müssen oder wie die uns noch fremde Zukunft im Denken und Handeln durch Science-Fiction prägt. Kater Demos #5 bleibt auch in seiner fünften und vorerst letzten Ausgabe gekonnt utopisch, optimistisch und nachdenklich.
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ALEXANDER SÄNGERLAUB

RAKETENSTART: „EY, LASS MAL SPRINGEN!“
Die Europäische Union ist nicht nur eine Wirtschaftsunion oder etwas, das die Briten zukünftig unter viel Chaos loswerden wollen, sondern auch ein Sehnsuchtsprojekt zu einer Zeit, in dem Europa vom Krieg zerfressen war. Zeit, ein Herzensprojekt nicht zu verlassen, sondern weiterzuentwickeln. Im Gespräch mit der Europawissenschaftlerin Ulrike Guérot geht es um die Utopie der EU, die zunehmenden Nationalismen in der Welt und warum auch selbst Macron Deutschland aus seinem Dornröschenschlaf bisher nicht wecken konnte.

 

FOTOGRAFIE: CATHERINE EVANS

BASTIAN PETERS

WANN IST EIN MANN EIN MANN?

Zehntausende Menschen in Deutschland sind trans*ident: Sie wurden einem Geschlecht zugewiesen, das ihnen fremd ist, und anschließend als psychisch erkrankt gelistet. Doch vor allem Trans*-MÄnner verweigern heute die staatliche Pathologisierung ihrer Natur und tauchen auf dem Radar der Behörden erst gar nicht auf. Wo die Belange weniger Trans*-Personen für Politik und Wirtschaft zahlenmäßig unbedeutend sind, da verlangt es nach Solidarität. Ein Aufruf zum Mitkämpfen!

FOTOGRAFIE: PIOTR PIETRUS

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YANNICK VON EISENHART ROTHE

DER SYRISCHE KOMMUNIST

Das erste Mal traf ich Anmar auf der Veranda eines alten Gutshofs im brandenburgischen Nirgendwo. Es war spätabends, Anmar saß auf besagter Veranda, rauchte selbstgedrehte Zigaretten ohne Filter und trank Bier. Wir kamen ins Gespräch – auf Englisch – und ich fragte beiläufig, woher er denn komme. »From Syria. I’m a refugee.« Ich versuchte, mir meine Überraschung nicht anmerken zu lassen, aber Anmar ist sich der Reaktion auf diese Aussage bewusst, zu oft musste er sich schon erklären. Denn mit seinen langen, dunkelroten Haaren, seinem weißen Bart und seiner hellen Haut sieht Anmar nicht so aus, wie sich die Welt einen Syrer vorstellt. 

FOTOGRAFIE: MARCUS WOJATSCHKE

ANDREAS EDER

SÜSS ODER GEFÄHRLICH?

Japans konservative Regierung unter Premierminister Abe sucht ihr Heil im technischen Fortschritt – quasi im “Robo-Nationalismus” gegen die Angst vor dem Fremden. Roboter sind dabei das ultimative Heilmittel gegen Geburtenrückgang und Überalterung bei gleichzeitiger Vermeidung von Immigration. Doch kann das gut gehen? Roboter in der Krankenpflege, als Lehrer in der Schule oder anderweitiger Ersatz für soziale Interaktionen? Über eine technische Utopie, die von Europa aus betrachtet, ganz schön dystopisch wirkt.

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ROMAN OBST

KONSERVATIVE POLITIK IST QUATSCH

Parteien, Verbände und politische Institutionen beanspruchen gerne für sich, sich am stärksten um die Zukunft zu bemühen. Schließlich greift die Politik aktuelle Probleme auf und trifft verbindliche Entscheidungen, die in absehbarer Zeit wirksam werden. Dabei soll sie möglichst vorausschauend und zügig agieren. Leider ist das eine naive Idealvorstellung. Soll Politik progressiv oder konservativ sein? Zumindest für die kapitalistische bürgerliche Gesellschaft kann man behaupten, dass es beide politische Richtungen braucht.