AUSGABE 02

ARBEIT

Wie wollen wir morgen arbeiten – und wollen wir das überhaupt? Ob bedingungsloses Grundeinkommen, Sechsstundentag oder Hartz IV: In unserer zweiten Ausgabe von Kater Demos, dem utopischen Politikmagazin, gucken wir hinter die Fassade der modernen Arbeitswelt und in die robotisierte Zukunft. Wir versuchen nicht nur herauszufinden, warum die Generation Y kaum Lohn und dazu keine Work-Life-Balance hat, sondern auch, wo eigentlich der Ausweg aus der Hamsterradgesellschaft ist.

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ALEXANDER SÄNGERLAUB

RAKETENSTART: WIE WOLLEN WIR MORGEN ARBEITEN?

Damals, als Kinder hatten wir noch verklärte Vorstellungen von der Arbeitswelt. Wir wollten nichts lieber als Prinzessin oder Tierärztin, bzw. Polizist oder Profifußballer werden, nur um dann später Dinge zu tun, von denen wir nicht wussten, dass es sie gibt und das man sie überhaupt braucht. Dieser unverschämte Text plädiert nicht nur dafür sich seiner Kindheit wieder zu erinnern, sondern auch den Sprung aus dem Hamsterrad der Arbeit zu wagen, um “spätrömische Dekadenz” nicht als antisoziales Vergehen zu begreifen, sondern als Teil der unantastbaren Würde des Menschen in einer freiheitlichen, automatisierten, sozialen und vor allem besseren Welt. Ätschbätsch!

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ELISA BILKO

MEIN HARTZ IV-TAGEBUCH

Ja, auch ich, Elisa Bilko, habe fast ein Jahr lang Hartz IV bezogen. Sofort, beim ersten Wort dieses Satzes, kommt in mir der unbestimmte Drang auf, mich zu erklären, zu rechtfertigen, warum und wie viel Arbeitslosengeld II ich erhalten habe. Meine Finger wollen tippen: ›Ich habe aber nebenher dies und jenes gemacht, habe also gearbeitet und war fleißig, kein Kartoffelchips fressender Fernsehzombie oder ein anderes Schmarotzer-Klischee, das einem automatisch in den Kopf schießt, sobald man das Wort Hartz auch nur denkt.‹ Absurd, aber so ist es. Denn eigentlich sollte man sich nicht dafür schämen. Es war eine Zeit in meinem Leben, in der die Gesellschaft mich unterstützt hat und das ist okay. Hier erzähle ich euch davon.

CHRISTOPH ZEIHER

ALEXANDER UND DIE BLUMEN

Knastrosen Verblasst und ziemlich kitschig. So sehen sie aus, die klassischen Knastrosen. Tatöwiert meist auf breiten, behaarten Oberarmen. Manchmal aber verirren sich zarte Pflänzchen auch ganz anders hinter Gitter. In der Gefängnisgärtnerei Diez in Rheinland-Pfalz hegen und pflegen die Häftlinge ihre Lieblingsblumen. Wie fühlt sich das an, Arbeiten in Gefangenschaft? Ein Besuch bei schweren Jungs mit grünen Daumen.

IMRE BALZER

PREKÄRE NORMALITÄT

Prekäre Normalität Nine to Five war vorgestern. Wer sich heute im Job selbst verwirklichen will, sucht Freiheit und ist bereit, Sicherheit dafür zu opfern. Für die Sinn-Suchenden der Generation Y ist Prekarität damit längst zum Dauerzustand geworden. Aber was, wenn uns dieser Postmaterialismus eines Tages auf die Füße fällt?

ARNE SIEGMUND, ROMAN OBST

DAS BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN

In den zwei Jahren seit ihrer Gründung hat die Initiative »Mein Grundeinkommen« bereits 36 Grundeinkommen ermöglicht. Dazu hat der Verein mehrere Arbeitsplätze geschaffen. Die Idee von Mein Grundeinkommen gibt zahlreichen Menschen eine positive Aussicht auf die zukünftige Arbeitswelt. Kater Demos trifft Michael Bohmeyer, den Gründer der Initiative, in den Kreuzberger Büroräumen.